Ayurveda jetzt auch mit uns
Ist denn Ayurveda nur Wellness? Diesen Eindruck könnte man heute leicht bekommen. Tatsächlich ist es im Ayurveda sehr wichtig, dafür zu sorgen, dass ein Mensch sich wohl fühlt. Die Vorstellung ist, dass sich der Körper selbst heilt, wenn er sich wohl fühlt und im Einklang mit sich selbst steht.

Was ist Ayurveda? Was ist Ayurveda? Ayurveda ist eine über 5.000 Jahre alte Erfahrungsmedizin. Entstanden ist die Ayurveda in Nordindien. Von dort hat sie sich über den gesamten indischen Subkontinent ausgebreitet. Im Laufe der Zeit stand die Ayurveda in regem Austausch mit der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), aber auch mit der arabischen und alt-griechischen Medizin gab es regen Austausch und Wechselwirkungen. Heute ist die Ayurveda neben der Schulmedizin eine anerkannte Medizinrichtung in Indien, die auch in anderen Teilen der Welt, vor allem in Nordamerika und Westeuropa zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gerade in Europa wird Ayurveda oft fälschlicherweise als reine Wellnesslehre verstanden. Dies ist nicht richtig - Ayurveda ist eine vollwertige und allumfassende Medizinrichtung, die mit ihren acht Fachgebieten alle Aspekte der menschlichen Gesundheit abdeckt. Diese Fachrichtungen sind in Einzelnen • Innere Medizin • Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde (HNO) • Toxikologie • Kinderheilkunde (Pädiatrie) • Chirurgie • Psychiatrie • Reproduktionsmedizin • Prävention und Prophylaxe ("Verjüngung" und "Entgiftung") Als ganzheitliche Medizinrichtung betrachtet die Ayurveda keinen Bestandteil und Vorgang des Lebens isoliert. Sie ist Teil der vedischen Schriften, die Anregungen und Regeln für ein erfülltes und genussvolles Leben im hier und jetzt geben und die die vedischen Wissenschaften begründen. Diese Regeln und Anregungen beschränken sich nicht auf den rein gesundheitlichen Bereich, sondern erstrecken sich zum Beispiel auch auf den spirituellen und geistigen Bereich, ohne dabei aber religiöse Dogmen aufzustellen. Die Ayurveda ist zwar vor dem Hintergrund der hinduistischen Religion entstanden, lässt sich aber auch komplett frei von religiösen Einflüssen anwenden und praktizieren. Die Ayurveda steht im engen Zusammenhang mit Yoga, Vastushastra (dem vedischen Gegenstück zum chinesischen Feng Shui), Jyotish (vedische Astrologie) - und zusammen bilden diese vedischen Wissenschaften ein Ganzes. Die Grundlagen der Ayurveda Alles auf dieser Welt ist aus den fünf Elementen aufgebaut. Zunächst entstand der "Raum", der sich dann mit "Luft" füllte, die sich wiederum erhitzte und damit das "Feuer" hervor brachte, das seinerseits das "Wasser" kondensierte, welches sich letztendlich zu "Erde" verdichtete. Wer diese Begriffe wörtlich zu erfassen versucht, ist auf dem Holzweg! "Luft" ist mehr als nur die Luft, die wir atmen, es steht auch ganz allgemein für Bewegung und Dynamik im gesamten Denksystem. Wir Menschen brauchen immer Schubladen oder Kategorien, die uns helfen, die mehr als eine Million Vorgänge um uns herum einzuordnen und daran Verhaltensweisen zu knüpfen. Dieser Wirklichkeit wird kein Denkmodell gerecht. Nichtsdestotrotz können wir mit Hilfe von wenigen, einfachen Kategorien und Regel auch die komplexesten Systeme beschreiben und begreifen. Und nur Sachen, die wir selbst erklären können, können wir auch verstehen und auf sie einwirken. Insofern ist die Lehre von den fünf Elementen ein guter Ansatz, um den Mensch selbst und das Leben an sich zu verstehen und zu beeinflussen. Auch der Körper baut sich aus diesen fünf Elementen auf. Im lebendigen Wesen werden aus den fünf Elementen die 3 Bioenergien (Dosha), und zwar Vata = Raum + Luft Pitta = Feuer + Wasser Kapha = Wasser + Erde Jeder Mensch enthält immer Anteile aller drei Dosha. Häufig ist es jedoch so, dass ein Dosha von Hause aus im Vordergrund steht und die anderen dominiert. Man spricht dann vom Vata-, Pitta- oder Kapha-Typ. Schwieriger wird dieses Einteilung, wenn zwei Dosha dominieren oder sogar alle drei Dosha ausgeglichen sind. Die Kunst ist es, eine natürliche Dosha-Dominanz von einer vorübergehenden Dosha-Störung zu unterscheiden. Ein Mensch mit einer Dosha-Störung hat ein zuviel an einem Dosha, das bei ihm körperliche Probleme wie zum Beispiel Krankeiten verursacht. Ein Mensch mit einer Dosha-Dominanz hat viel, aber die für ihn gerade richtige Menge dieses Dosha. Würde man bei beiden Patienten stur dieses Dosha reduzieren, hilft lindert dies bei dem einen die körperlichen Probleme während das bei dem anderen vollkommen kontraproduktiv ist und wiederum zu einem Mangelsyndrom führt, das sich in neuen körperlichen Problemen äußert und krank macht. Leider wird gerade dieser Unterschied von vielen Ayurveda-Therapeuten grundlegend missverstanden - hier unterscheidet sich die Spreu vom Weizen. Es ist nicht damit getan, mit einem unflexiblen Fragebogen heraus zu finden, welcher Doshatyp scheinbar dominiert und dann sofort mit einer doshareduzierenden Behandlung zu beginnen. Jeder Mensch ist ein Individuum und muss auch individuell behandelt werden. Auch wenn zehn Menschen wegen Asthmas Rat und Hilfe bei einem Ayurvedaarzt suchen, kann es sein, dass jeder Einzelne unterschiedlich behandelt wird. Die drei Dosha beeinflussen wiederum das Agni. Agni, fälschlich auch oft nur als Verdauungsfeuer oder Digestive Fever bezeichnet, ist die Kraft des Körpers, Stoffe umzuwandeln. Agni ist natürlich auch verantwortlich für die Verdauung im Magen-Darm-Trakt, aber auch für alle anderen stofflichen Umwandlungen und Energiegewinnungen im Körper, in den Zellen oder auch auf geistiger Ebene. Auch Eindrücke müssen "verdaut" werden! Warum ist dieses Agni so wichtig? Der beste Treibstoff nützt nichts, wenn er unzureichend verbrannt wird. Das beste Essen wird im Körper Schlackstoffe hinterlassen, wenn es unzureichend verdaut und in seine vom Körper verwertbaren Bestandteile aufgespalten wird. Schlackstoffe können wiederum zu Giftstoffen werden, die dem Körper schaden.

 

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