Bienenprodukte: Honig lässt Wunden heilen
Bienenprodukte: Honig lässt Wunden heilen von Sylvia Schneider Honig hilft bei etlichen Wunden besser und schneller als herkömmliche Mittel. Selbst chronische Wunden, die mit besonders resistenten Bakterien infiziert sind, heilen oft rascher aus, wenn sie mit Honig behandelt werden. Zu diesen Erkenntnissen kamen jetzt Forscher der Universitätsklinik in Bonn.

Honig wird als Wundheilungsmittel für die Medizin deswegen zunehmend interessant, weil der Einsatz von Antibiotika mehr und mehr ins Leere greift, denn immer mehr Krankheitskeime zeigen sich resistent gegen die Medikamente. In der Bonner Universitätsklinik wird seit einiger Zeit „Medihoney“ – zugelassen und ständig überwacht als Medizinprodukt – zur Wundversorgung eingesetzt. Etwa 2 Dutzend andere Krankenhäuser sind dem Beispiel inzwischen gefolgt. Der Erfolg gebe ihnen Recht, sagen die Ärzte: • Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen. • Die Wunde schließt sich rascher. • Der Verbandwechsel bereitet weniger Schmerzen, die Umschläge lassen sich leichter entfernen, ohne die neu gebildeten Hautschichten einzureißen. • Die Wunde riecht nicht unangenehm, wie es sonst oft der Fall ist, denn Honig wirkt geruchsmindernd. Medihoney wirkt nach den Erfahrungen der Bonner Wissenschaftler meist besser als Antiobiotika. Er besiegt sogar besonders resistente Keime. Medihoney hat sich bei kleinen Wunden (entzündete Eintrittsstellen von Venenkathetern) ebenso bewährt wie bei großflächigen Wunden (wundgelegene Stellen, Dekubitus) und bei chronischen Wunden. Auch bei Krebspatienten mit einem durch Chemo- und Strahlentherapie angeschlagenen Immunsystem konnte die Abheilung von Wunden beschleunigt werden. Forscher der Universität Houston (Texas) beobachteten, dass Honig dem Magenkeim Helicobacter pylori „an den Kragen geht“. Honig verfügt über ein natürliches Antiseptikum Honig gilt seit jeher als bewährtes Hausmittel für die Förderung der Wundheilung. Wissenschaftlich waren seine positiven Wirkungen lange umstritten. Doch nun hat die Forschung erkannt, warum der süße Bienenbrei wirkt: Zum einen stecken im Honig antibakteriell wirksame Pflanzenstoffe, die Flavonoide. Zum anderen fügen die Bienen noch ein Enzym hinzu, das desinfizierende Stoffe bildet. Die Glukose-Oxidase sorgt dafür, dass aus dem Zucker im Honig permanent in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid entsteht – eine wirksames Antiseptikum. Hinzu kommt, dass die hochkonzentrierten Zuckermoleküle den Entzündungsbakterien die zur Vermehrung notwendige Feuchtigkeit entziehen. Darüber hinaus ist Honig reich an Inhibinen, die das Bakteriumwachstum und somit Entzündungen hemmen. Wählen Sie dunklen Honig Wenn Sie unter Zahnfleischentzündungen leiden, Husten oder Halsweh haben, kann Ihnen normaler Honig, löffelweise gelutscht, gute Dienste leisten (Zähneputzen nicht vergessen). Bei spröden, aufgesprungenen Lippen hat sich Honig, als Paste aufgetragen, besonders gut bewährt. Bakteriell bedingter Durchfall lässt sich ebenfalls mit 1 EL Honig zum Abklingen bringen. Honig aus dem Supermarktregal eignet sich jedoch nicht für die Wundheilung oder zur Linderung von Hustenreiz. Er bringt nicht genügend entzündungshemmende Stoffe mit, da er meist bei der Verarbeitung stark erhitzt wird. Bevorzugen Sie Bio-Honig oder Produkte, die die Bezeichnung „Echter Deutscher Honig“ auf dem grün-weißen Eitkett sowie eine Prüfnummer tragen. Die Prüfung nimmt der Deutsche Imkerbund vor. Der Honig enthält besonders viele Enzyme und Mineralien, denn er wurde vor auf seine Zusammensetzung und die schonende Herstellung geprüft. Eine Forschergruppe aus Illinois untersuchte sieben verschiedene Honigsorten auf ihre antioxidative Wirkung und ihren Gehalt an Phenolsäuren. Dunkle Honige wie der Buchweizenhonig oder der Tannenhonig kamen dabei am besten weg.

 

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